Cerrado Manifesto – ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

26. Oktober 2017

Im September 2017 präsentierten 50 brasilianische und internationale Nichtregierungsorganisation, Stiftungen und Forschungsinstitute gemeinsam das "Cerrado Manifesto". In diesem Manifest forderten sie die Privatwirtschaft zum sofortigen Handeln auf. Die Forderungen beinhalteten u. a. die Einführung effektiver Richtlinien und Verpflichtungen zur Eliminierung der Abholzung und der Umwandlung von einheimischer Vegetation, sowie die Abgrenzung der Lieferketten von kürzlich konvertierten Flächen. Am 25. Oktober 2017 reagierten 23 international tätige Unternehmen, einschließlich METRO, positiv auf diese Handlungsaufforderung.

So bekräftigten sie gemeinsam ihr individuelles und kollektives Engagement für das Ziel, den Verlust an Waldflächen durch die Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen aufzuhalten und erkennen die enorme Bedeutung der Cerrado, einer weitläufigen Region mit Savannenklima in Zentralbrasilien, in Sachen Klimaschutz, Artenvielfalt, Wasser und die Agrarproduktion an. 18 der 23 Unternehmen, die dieses Manifest unterzeichneten, hatten sich bereits der Resolution des Consumer Goods Forum (CGF) aus dem Jahr 2010 verpflichtet und sich somit das Ziel gesetzt, bis 2020 durch die verantwortungsbewusste Beschaffung wichtiger Erzeugnisse wie Soja, Palmöl, Papier, Zellstoff und Rindfleisch eine Null Netto-Entwaldung zu erreichen.

Die Cerrado ist Brasiliens tropische Savanne, die sich über eine Fläche von zwei Millionen Quadratkilometer erstreckt-dies entspricht 21 % des gesamten Staatsgebietes und einer Fläche so groß wie England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zusammengenommen. Als ein globaler Hotspot der Biodiversität beheimatet diese Region rund 5 % aller biologischen Arten weltweit, einschließlich mehr als 800 Vogelarten und 11.000 Pflanzengattungen, von denen es beinahe die Hälfte nirgendwo sonst auf der Erde gibt. Die Region hat einen enormen Einfluss auf die Wasserversorgung und die Niederschläge in ganz Brasilien und speichert zudem gewaltige Mengen an Kohlenstoff. Jüngsten Studien zufolge könnten sich die Emissionen, die aufgrund des Verlustes von nur 31 bis 34 % der bisher verbliebenen Vegetation der Cerrado (rund 8,5 Milliarden Tonnen an Kohlendioxid) entstehen, auf mehr als das 2,5-Fache der Emissionsreduktionen belaufen, die zwischen 2005 und 2013 im gesamten Amazonasgebiet erzielt wurden.

Trotz ihres enormen ökologischen und ökonomischen Wertes ist die Cerrado besonders von der Abholzung von Wäldern und einheimischer Vegetation für die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere Soja, betroffen. Von 2000 bis 2014 ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche der Cerrado um 87 % angewachsen, was im Wesentlichen auf den Anbau von Sojabohnen zurückzuführen ist, der in diesem Zeitraum um 108 % zulegte. In der Region Matopiba, die sich über die Bundesstaaten Maranhão, Tocantins, Piauí und Bahia erstreckt, erfolgte die Expansion der Landwirtschaft auf Kosten der Wälder und der einheimischen Vegetation. In Europa wird Soja zwar nicht in großen Mengen direkt konsumiert, doch sie ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Versorgungskette für Nahrungs- und Lebensmittel. Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Fleischprodukten hat sich Soja zu einem der bedeutendsten Lebensmittelgewächse entwickelt. Der Großteil der angebauten Soja wird als Tierfutter verwendet, wovon 80 % an Nutztiere, vor allem Hühner, verfüttert wird.

Die Unternehmen wissen, dass es erforderlich ist, die Entwicklung und das Wachstum in den Sojaanbauregionen zu fördern. Neueste Untersuchungen zeigen, dass die Sojaproduktion in der Cerrado nicht zwangsläufig mit Entwaldung und dem Verlust der einheimischen Vegetation einhergehen muss. Es gibt bereits mindestens 25,4 Millionen Hektar an Konversionsflächen, die für die landwirtschaftliche Nutzung geeignet sind. Zudem lassen sich eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität und der Schutz der Wälder und einheimischen Vegetation überaus gut vereinbaren.

"Die Cerrado versorgt Milliarden von Menschen mit Nahrung-von Brasília bis Peking", sagte Mauricio Voivodic, Executive Director des WWF-Brazil. "Und um dies weiterhin tun zu können, benötigt sie intakte Lebensräume, eine reiche Artenvielfalt, fruchtbare Böden, frisches Wasser und ein stabiles Klima. Wir loben die Anstrengungen der Unternehmen, die das Cerrado-Manifesto unterstützen, denn sie senden dem Marktumfeld die eindeutige Botschaft, dass wir die Nachfrage von morgen mit dem Acker- und Weideland, das uns bereits heute zur Verfügung steht, befriedigen können und das wir es uns nicht leisten können, dies nicht zu tun."

Hier geht es zur Website www.theconsumergoodsforum.com

Klicken Sie hier, um die ausführliche Stellungnahme zur Unterstützung des Cerrado-Manifests aufzurufen - PDF